Sorghum-Porridge im Sauerteig: So gelingt eine butterweiche Krume

· von Rosa Klein · 4 Min. Lesezeit

Sorghum-Porridge im Sauerteig: So gelingt eine butterweiche Krume

Wer schon mal ein Sauerteigbrot aus dem Ofen geholt hat, das nach bestem Gefühl perfekt gegangen war und trotzdem trocken und krümelig auf dem Brett lag, kennt das Dilemma genau. Vollkornanteile und kräftige Mehle sorgen für Tiefe im Geschmack, aber sie saugen der Krume regelrecht die Geschmeidigkeit aus. Es gibt dafür eine Lösung, die fast zu simpel klingt, um wahr zu sein: ein Porridge aus frisch gemahlenem Sorghum, direkt in den Hauptteig eingearbeitet. Warum das funktioniert, welche Menge sinnvoll ist und wie du die Methode konkret umsetzt, schauen wir uns jetzt an.

Warum Sorghum-Porridge die Krume weicher macht

Sorghum, botanisch Sorghum bicolor und mit der Hirse verwandt, ist glutenfrei, bringt aber jede Menge Stärke mit, die beim Kochen stark verkleistert. Mahlst du das Korn frisch und kochst es anschließend mit Wasser zu einem Brei, passiert im Teig Folgendes:

Das Prinzip kennt man aus der asiatischen Küche unter dem Namen Tangzhong, nur dass hier statt Weizenmehl das aromatische, leicht nussige Sorghum zum Einsatz kommt. Perfekt also für alle, die den Vollkorn-Charakter mögen, aber auf die Trockenheit gerne verzichten würden.

Das richtige Verhältnis: Wie viel Porridge in den Teig?

Als Faustregel hat sich Folgendes bewährt:

Ein Beispiel für ein 1-kg-Brot:

Beim ersten Versuch würde ich dir raten, eher am unteren Ende zu starten, also bei 5 %. Höhere Mengen verändern Geschmack und Backverhalten deutlich spürbar, weil Sorghum ja keine Glutenstruktur beisteuert, sondern sie im Grunde nur verdrängt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Sorghum frisch mahlen

Mahle die Sorghumkörner erst kurz vor der Verwendung in einer Getreidemühle fein. Frisch gemahlen bleiben Aromastoffe und das Öl im Keimling erhalten, und genau das schmeckt man im fertigen Brot deutlich: intensiver, leicht süßlich, erdig. Wer schon mal den Unterschied zwischen frisch und abgepackt gemahlenem Mehl probiert hat, geht kaum mehr zurück.

2. Porridge kochen

3. In den Teig einarbeiten

Das abgekühlte Porridge zusammen mit dem Anstellgut und einem Teil des Wassers in den Hauptteig geben (autolyse-kompatibel). Danach kannst du wie gewohnt kneten oder dehnen und falten.

4. Gare und Backen

Die Teigführung läuft weitgehend normal ab, allerdings fühlt sich der Teig durch die zusätzliche Feuchtigkeit oft klebriger an als sonst. Plane deshalb ein:

Typische Fehler vermeiden

Fazit

Ein Porridge aus frisch gemahlenem Sorghum ist eine kleine, aber enorm wirksame Methode, um Sauerteigbrot spürbar weicher, saftiger und haltbarer zu machen, und das ganz ohne Zusatzstoffe. Mit 5 bis 10 % Sorghum-Anteil, dem richtigen Wasserverhältnis und sorgfältig abgekühltem Porridge gelingt eine Krume, die den Charakter von Vollkorn mit einer fast butterweichen Textur verbindet. Wer die Technik einmal ausprobiert hat, wird sie beim nächsten Brot vermutlich nicht mehr weglassen wollen.

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