Weiche gedämpfte Sauerteig-Mantou mit süßem Levain herstellen

· von Rosa Klein · 3 Min. Lesezeit

Weiche gedämpfte Sauerteig-Mantou mit süßem Levain herstellen

Wer schon einmal in ein wirklich gutes Mantou gebissen hat, so eines, das förmlich zerfällt zwischen den Fingern, weiß: Die Tüten-Hefe aus dem Supermarkt hat damit wenig zu tun. Das Geheimnis steckt in einem gepflegten, süßen, festen Levain. Ich zeige dir hier, wie du gedämpfte Sauerteig-Mantou hinbekommst, außen glänzend und glatt, innen zart wie Watte, komplett ohne Fertighefe, dafür mit natürlicher Fermentation und richtig viel Geschmack.

Was ist Mantou und warum Sauerteig?

Mantou, das sind die traditionellen chinesischen Dampfbrötchen, gebacken (genauer: gedämpft) aus wenigen Zutaten: Mehl, Wasser, ein bisschen Zucker, ein Triebmittel. Normalerweise nimmt man Hefe. Ein süßer, fester Levain, auf Chinesisch manchmal “Lao Mian” oder Mutterteig genannt, bringt aber etwas ganz anderes mit: eine leicht süßliche, vielschichtige Note und eine Krume, die elastischer und zarter ausfällt als bei der Hefevariante. Nebenbei werden die Brötchen dadurch auch bekömmlicher, denn die lange Fermentation baut Gluten und Stärke teilweise schon vor.

Der süße, feste Levain – die Basis für perfekte Mantou

Ein “süßer, fester Levain” ist kein Roggensauerteig im klassischen Sinn. Zwei Punkte unterscheiden ihn:

Levain ansetzen

  1. 50 g aktiven Sauerteigstarter mit 100 g Weizenmehl (Type 405 oder 550), 30 g Wasser und 10 g Zucker vermengen.
  2. Zu einem festen Teig kneten, abdecken, 6-8 Stunden bei Zimmertemperatur (24-26 °C) reifen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
  3. Riecht er richtig, dann leicht süßlich, nicht beißend sauer. Das ist das Zeichen, dass die Balance stimmt.

Grundrezept für Sauerteig-Mantou

Zutaten (für ca. 12 Stück):

Zubereitung

  1. Teig kneten: Mehl, Zucker und Salz mischen, Levain und Wasser dazugeben. 10-12 Minuten kneten, bis der Teig glatt und elastisch wird. Zum Schluss das Öl unterarbeiten.
  2. Erste Gärung: Abgedeckt 3-4 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen, bis der Teig deutlich aufgegangen ist. In einer kühleren Küche kann das auch mal 6 Stunden dauern, keine Panik.
  3. Formen: Teig entgasen, in 12 gleich große Stücke teilen. Jedes Stück straff zu einer glatten Kugel formen. Genau hier entscheidet sich, ob die Oberfläche später glänzt oder nicht.
  4. Zweite Gärung: Die geformten Mantou auf kleine Backpapierstücke setzen und 20-30 Minuten ruhen lassen, bis man ihnen das Aufgehen deutlich ansieht.
  5. Dämpfen: Im kalten Dampfgarer starten, langsam auf Temperatur bringen, bei mittlerer Hitze 12-15 Minuten dämpfen. Danach den Deckel nicht sofort öffnen, sondern erst nach 5 Minuten Ruhezeit, sonst fallen die Brötchen zusammen.

Tipps für maximale Weichheit

Häufige Fehler vermeiden

Fazit

Gedämpfte Sauerteig-Mantou mit süßem, festem Levain zeigen ziemlich schön, was alte Fermentationstechniken aus einem simplen Gericht herausholen können. Ein bisschen Geduld beim Ansetzen des Levains, die richtige Dämpftechnik, und schon gelingen Brötchen, die außen glänzen, innen unfassbar weich sind und leicht süßlich schmecken, ganz ohne industrielle Hefe.

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